< Neues Anerkennungsreglement der EDK für Lehrdiplome
20.06.2019

Schweiz – Berichterstattung: ungenügend


Die Geschichte ist ein eigentliches Schulbeispiel. Als die Resultate der ersten Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen ÜGK im Mai 2019 kommuniziert wurden, zeigte sich: Nur 62 Prozent aller SchülerInnen erreichten am Ende der Schulzeit die nötigen Kompetenzen in Mathematik. Besonders schlecht schnitt Baselstadt ab. Die NZZ titelte süffisant: «Katastrophales Zeugnis für die Basler Schulen». Der Bildungsticker verzichtete damals auf vorschnelles Urteilen und wartete die Untersuchung der EDK ab. Nun liegt sie vor. Ein Audit-Bericht von zwei unabhängigen Fachpersonen aus Luxemburg zeigt klar: Das Problem sind nicht die Jugendlichen. Nach PISA sind sie immerhin die Europameister in Mathematik. Das Problem sind die Tests. Was alles schiefgelaufen ist, weist im Details Beat W. Zemp, Präsident des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz LCH im Detail nach. Hier nur in gebotener Kürze: Viele Aufgaben waren in zu schwierigem Text umschrieben. Der Test genügt wissenschaftlichen Kriterien nicht. Die Ziele waren zu hoch gesteckt: Die im Lehrplan 21 formulierten Grundkompetenzen bezeichnen die Luxemburger Experten als im internationalen Vergleich «extrem ambitiös». Sie wurden 2011 ohne empirische Validierung verabschiedet. Hinzu kommt: Will man Kantone vergleichen, muss man das bildungsferne Milieu vieler SchülerInnen in urbanen Zentren zumindest erwähnen. Das Jugendlichen-Bashing der Medien fällt auf sie selbst zurück. Note ungenügend.

Zemp, Beat W.: ÜGK – Premiere mit Fragezeichen. LCH. 18.6.2019