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12.06.2019

Schweiz – Höhere Anforderungen


Dass der gegenwärtige Strukturwandel höhere Bildung erfordert, dürfte sich herumgesprochen haben. 2017 zeigte Avenir Suisse, dass in den letzten 20 Jahren die mit digitalen Tätigkeiten verbundenen Stellen um 50 Prozent zugenommen haben, jene mit physischen Tätigkeiten jedoch nur um 10 Prozent. 2018 prognostizierte McKinsey: Bis 2030 werden rund 20 Prozent aller Jobs in der Schweiz durch neue, anspruchsvollere ersetzt. Nun hat Rudolf Minsch, Chefökonom von Economiesuisse, neue Zahlen vorgelegt: Trotz (oder wegen?) des technologischen Wandels in den letzten 25 Jahren gibt es 22 Prozent mehr Arbeitsplätze in der Schweiz. Gegenwärtig sind es 3,9 Millionen – gerechnet auf Vollzeitstellen. Technologie hat die Arbeit nicht verdrängt - im Gegenteil: Die Erwerbsquote ist von 80 Prozent auf 84 Prozent gestiegen, während Arbeitslosigkeit und Erwerbslosigkeit konstant blieben. Im Jahr 2016 sind im Schnitt täglich 1217 Stellen gestrichen worden. Es sind aber mehr, nämlich 1331 pro Tag, dazugekommen. Ein Beispiel: Es braucht auf einer Redaktion keine Sekretärinnen mehr, die Texte abtippen, wohl aber Datenanalytikerinnen und Spezialisten für Videoanimationen.
Das Anforderungsprofil der neuen Stellen verschiebt sich in Richtung anspruchsvolle Dienstleistungen. Der Anteil der niedrig Qualifizierten unter den Schweizer Erwerbstätigen ist in den letzten 20 Jahren von 17 auf 10 Prozent gesunken. Der Anteil der Hochqualifizierten ist von 22 auf 43 Prozent gestiegen. Fazit: Ob man Angst haben muss vor dem Strukturwandel, entscheidet die Bildung.
 
Fischer, Peter A.: 1217 Stellen pro Tag gestrichen – 1331 neu geschaffen: So funktioniert der Strukturwandel. NZZ. 11.6.2019

Minsch, Rudolf: Grosse Dynamik im Jobmarkt: Jede zehnte Stelle verschwindet – und noch mehr kommen dazu. economiesuisse. 11.6.2019.

Bughin, Jacques u.a.: The future of work. Switzerland’s digital opportunity. McKinsey&Company. Oktober 2018

Adler, Tibère u.a.: Wenn die Roboter kommen. avenir suisse. Oktober 2017