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03.06.2019

Digitalisierung – Studien für Skeptiker


Parallel zur Digitalisierung verläuft ein digitalisierungs-kritischer Diskurs. Die Skeptiker nennen vor allem zwei Studien, die jeweils mit aktuelleren ergänzt werden. Klaus Zierer, Ordinarius für Schulpädagogik an der Universität Augusburg, nennt in einem Gastkommentar in der NZZ zunächst die obligate Metastudie von John Hattie: Visible Learning. Sie zeigt nur mässige Lerneffekte von digitalen Medien. Vor allem PowerPoint lenke ab. Zierer nennt ferner die Studie von 2014: «The Pen ist mightier than the Keyboard». Der Titel ist selbstredend. Schliesslich verweist Zierer auf eine akutelle Metaanalyse zur Lesesoftware «Accelerated Reader», einem Pendant zu «Antolin». Das Ergebnis: geringe Wirksamkeit beim Lesenlernen.
Solch konservative und bewahrpädagogische Studien werden auch in Lehrerzimmern gern zitiert. Zu ergänzen wären sie zumindest mit dem Hinweis, dass Medien per se nie einen Mehrwert bieten, auch die Wandtafel nicht (Döbeli Honegger). Und dass Studien, welche die digitalen Medien in herkömmlichen Prüfungsformen messen, wenig aussagekräftig sind (Wampfler).
 
Zierer, Klaus: Wenn das Handy noch in der Schultasche stört – die digitale Bildungsrevolution zeitigt ernüchternde Resultate. NZZ. 16.5.2019