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18.03.2019

USA - Schwindende Bedeutung der Geisteswissenschaften


In den USA findet ein drastischer Rückgang der Geisteswissenschaften statt. In Englisch sind die Masterabschlüsse seit den 90er Jahren um fast 50 Prozent zurückgegangen, in Geschichte seit 2007 um 45 Prozent. Institute schliessen, ProfessorInnen werden entlassen, Budgets werden gekürzt. Hinzu kommt der Verlust der Wertschätzung: Fächer wie Philosophie oder Sprache, die einst das Rückgrat der humanistischen Bildung, ausmachten, gelten spätestens seit der Finanzkrise von 2008 als unnütz und irrelevant. Amerikanische Studierende wappnen sich lieber mit MINT-Fächern, Jura oder Ökonomie für den Arbeitsmarkt und seine Themen: Digitalisierung, Big Data, Gentechnik. In der Schweiz ist die Situation (noch) weniger dramatisch: Insgesamt sinkt die Zahl der Studierenden in den Sozial- und Geisteswissenschaften kaum. Doch gewisse Fächer wie Germanistik, Geschichte, Philosophie und Soziologie sind in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Dieser Trend dürfte all jene freuen, für die es schon lange zu viele GeisteswissenschaftlerInnen gibt.

 Müller, Felix E.: Geschichte fällt heute aus - die Geisteswissenschaften in den USA verlieren an Bedeutung. Und in der Schweiz? NZZ am Sonntag. 16.3.2019