< Schweiz - Strategie zur Digitalisierung
11.10.2018

Schweiz - Mädchen und MINT


In kaum einem anderen europäischen Land gibt es so wenig Mädchen und junge Frauen, die sich für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik interessieren. Das zeigt der neue Bildungsbericht 2018. Die Liste ist deprimierend lang: In der Primarschule sind die Mädchen erst besser im Rechnen, doch sie verlieren den Vorsprung nach wenigen Jahren. Mädchen trauen sich in MINT-Fächeren weniger zu als Knaben. Bei gleicher Leistung in Physik werden Mädchen schlechter beurteilt als die Jungs. Bei der Berufswahl wählen Mädchen eher Berufe, die wenig mathematische Fähigkeiten verlangen. Das wirkt sich später auch auf den Lohn aus. Am Gymnasium machen Mädchen mehrheitlich einen Bogen um den Schwerpunkt Mathematik und Physik. Das beeinflusst die spätere Studienwahl. Im Studium beträgt der Frauenanteil in den Geistes- und Sozialwissenschaften rund zwei Drittel, in den technischen Wissenschaften rund ein Drittel. Und beim Übertritt ins Berufsleben steigen Frauen in den technischen Männerdomänen eher wieder aus. Zwar gibt es sehr viele Förderprogramme und Erklärungsversuche, doch im Grunde ist das Fazit ernüchternd: Warum Mathematik und Physik bei Mädchen in der Schweiz so schlecht ankommen, ist Bildungsfachleuten nicht klar.

 

Bitter, Sabine: Physikerin werden ist schwieriger als Physiker. SRF. 16.9.2018