< Schweiz – Lehrer und ihre Löhne
04.07.2018

Schweiz - Studienabbruchquote nach Kanton


Erstmals hat das Bundesamt für Statistik BfS die Studienabbruchquote, aufgeschlüsselt nach Kantonen, publiziert. Bisher hatte das BfS diese Zahlen nicht ausgewiesen, weil sie wenig aussagekräftig sind und zu falschen Schlussfolgerungen verleiten. So wird oft eine strenge Selektion am Gymnasium auf wissenschaftlich unzulässige Art als Garant für eine hohe Studienerfolgsquote postuliert. In Wirklichkeit lassen sich Studienerfolg oder -abbruch eher mit soziodemografischen Faktoren erklären. Dass das BfS nun doch die Zahlen publiziert, habe mit der zunehmenden Nachfrage zu tun, hiess es auf Anfrage.

Ein erster Blick auf die Zahlen zeigt: Acht Jahre nach Beginn des Bachelorstudiums (Eintritt 2008) beträgt die Studienabbruchquote in der Schweiz im Schnitt 11 Prozent. Die gymnasiale Maturitätsquote beträgt 2008 schweizweit 19.8 Prozent. Am wenigsten Studienabbrecher kommen aus den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Schaffhausen und Jura. In Appenzell Ausserrhoden beträgt die Abbruchquote 5 Prozent (gymnasiale Maturitätsquote 2008 24 Prozent). In Schaffhausen beträgt sie ebenfalls 5 Prozent (Gymnasialquote 15 Prozent). Im Jura liegt sie bei 6 Prozent (Gymnasialquote 24 Prozent). Die drei Kantone mit den höchsten Studienabbruchsquoten sind Uri, Waadt und Genf. In Uri liegt die Abbruchquote bei 20 Prozent (Gymnasialquote 17 Prozent). In der Waadt liegt sie bei 15 Prozent (Gymnasialquote 25 Prozent). In Genf beträgt sie ebenfalls 15 Prozent (Gymnasialquote 23 Prozent).

Genau im Schweizer Abbruch-Schnitt von11 Prozent liegen die Kantone Bern (Gymnasialquote 2008 18 Prozent), Freiburg (Gymnasialquote 21 Prozent) und Neuenburg (Gymnasialquote 26 Prozent).

Eine genauere Analyse muss noch folgen. Festhalten lässt sich vorläufig dreierlei: Erstens korrelieren die kantonalen gymnasialen Maturitätsquoten nur teilweise mit den Studienabbruchquoten. Zweitens klaffen die kantonalen Abbruchquoten viel weiter auseinander (bis zu 400 Prozent) als Unterschiede zwischen den gymnasialen Maturitätsquoten. Drittens sind diese Zahlen aus vielerlei Gründen mit Vorsicht zu geniessen: Im Kanton Uri zum Beispiel beträgt die Anzahl untersuchter Personen gerade mal 46.

 

Quelle BfS