< Schweiz – Braindrain auf dem Land
14.08.2019

Schweiz – Ausbilden, dann wegschicken?


2018 studierten rund 13’000 Personen aus Drittstaaten (also nicht EU- oder EFTA-Länder) an Schweizer Hochschulen, über die Hälfte im MINT-Bereich. 2017 erlangten rund 3'000 von ihnen einen Hochschulabschluss. Pro Jahr werden aber nur rund 150 bis 200 Arbeitsbewilligungen für HochschulabsolventInnen aus Drittstaaten erteilt. Für den Wirtschaftsdachverband Economiesuisse ist das viel zu wenig. FDP-Nationalrat Marcel Dobler hat eine Motion eingereicht: Wer in der Schweiz ein universitäres Hochschulstudium abschliesst, soll von der Kontingentierung ausgenommen werden. Die Motion wurde von National- und Ständerat überwiesen. Der Bundesrat ist dagegen. Für HochschulabsolventInnen aus Drittstaaten besteht kein Inländervorrang. Das sei genügend.
Von allen Studierenden aus dem Ausland bleiben zwei Drittel in der Schweiz. Die Schweiz profitiert von der Bildungsvorleistung ihrer Herkunftsländer. Auf der anderen Seite verdient ein Doktorand im Jahr mindestens 52'000 Franken. Wenn er nicht bleiben kann, ist diese Investition verloren.
 
Waltersperger, Laurina / Donzé, René: Der Ingenieur, den keiner will: So vergrault die Schweiz ausländische Forscher. NZZaS. 108.2019